Kann ich mit einem gesunden Bodenleben und einer gezielten Zwischenfrucht das Schadbild der Larve vom Drahtwurm reduzieren?
- 13. Feb.
- 2 Min. Lesezeit

Wenn wir über den Drahtwurm sprechen, sprechen wir über einen der massivsten Schädlinge im Ackerbau – egal ob in der Zuckerrübe, im Mais oder bei Sonderkulturen wie der Kartoffel. Oft steht die Frage im Raum: Fördert die Zwischenfrucht das Problem oder ist sie Teil der Lösung? In diesem Artikel schauen wir uns an, was aktuelle Studien dazu sagen und wie wir das Bodenleben stabilisieren können.
Der Lebenszyklus des Drahtwurms
Um den Drahtwurm in den Griff zu bekommen, müssen wir verstehen, wie er lebt. Er ist die Larve des Saatschnellkäfers und sein Zyklus ist tückisch:

Eiablage Passiert im späten Frühjahr (Mai bis Juli). Die Weibchen suchen schattige, feuchte und ruhige Plätze (oft Altfutterflächen oder Kleegras).

Dauer im Boden Die Larven bleiben 3 bis 6 Jahre im Boden.
Zeitversetzter Schaden Der größte Schaden tritt oft erst 2 bis 3 Jahre nach der Eiablage auf. Wer heute ein Problem hat, muss also mehrere Jahre in der Fruchtfolge zurückdenken.

Was sagen die Studien zum Einfluss der Zwischenfrucht?
Eine wichtige Untersuchung aus dem Jahr 2021 hat verschiedene Szenarien vor der Maisaussaat verglichen: nackter Boden, Mulchschichten und lebender Bewuchs. Das Ergebnis ist spannend.
➜ Kein erhöhtes Risiko: Eine lebende Begrünung führt nicht automatisch zu mehr Drahtwürmern.
➜ Geringerer Schaden: Tatsächlich war das Schadbild dort am geringsten, wo bis kurz vor der Aussaat ein lebender Bewuchs (z. B. Weizen als Cover Crop) vorhanden war.
➜ Futter-Alternative: Eine Theorie besagt, dass die Drahtwürmer durch die lebenden Wurzeln der Zwischenfrucht bereits "gesättigt" sind oder Ablenkung finden, wodurch die junge Hauptfrucht geschont wird.
Was stimmt denn nun?
Es gibt Pflanzen, denen eine reduzierende Wirkung nachgesagt wird, wie Buchweizen, Sareptasenf oder die Studentenblume (Tagetes). Aber Vorsicht:
Artenvielfalt
Da es hunderte Drahtwurmarten gibt, reagieren diese sehr unterschiedlich auf einzelne Pflanzen. Verlasse dich nicht auf eine einzelne Komponente.
Bodenbearbeitung Mechanische Störung im Sommer (Stoppelsturz) hilft gegen Eier und junge Larven, schadet aber der Bodenstruktur.

Gleichgewicht Das Ziel der aufbauenden Landwirtschaft ist ein stabiles Ökosystem. Wenn wir das Bodenleben fördern, fördern wir zwar auch den Drahtwurm, aber in einem balancierten System nimmt er nicht überhand.
Wichtig für dich: Um das Schadbild im Mais zu minimieren, muss das Bodenleben gestärkt werden, da die Larve vom Drahtwurm meist schon lange vor der Zwischenfrucht im Boden aktiv ist.
Fazit: Balance statt Panik!
Die Zwischenfrucht ist per se kein Treiber für den Drahtwurmdruck, da die Eiablage meist zu einem anderen Zeitpunkt stattfindet. Ein vitaler Boden und eine kluge Fruchtfolge helfen zwar nicht bei der vollständigen Bekämpfung, jedoch um den Schaden des Schädlings in Schach zu halten.
Frisst der Drahtwurm noch deine Ernte oder reduzierst du schon das Schadbild der Larve und förderst mit deiner Zwischenfrucht zusätzlich das Bodenleben?
Hör auf, die Begrünung als Gefahr zu sehen! Viele Mythen ranken sich um den Zusammenhang zwischen Zwischenfrüchten und Schädlingen. Doch die Wissenschaft zeigt ein differenziertes Bild: Ein gesundes Ökosystem im Acker ist oft die beste Versicherung.
Ein gesundes Bodenleben fungiert als Puffer für das Schadbild, da die Larve vom Drahtwurm in einer diversen Zwischenfrucht alternative Nahrungsquellen findet und somit die Hauptfrucht schont.
Unsere Artikel gibt es auch als Youtube Videos erklärt von Christoph Gutscher














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