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Welche Pflanzenarten brauche ich für meine Zwischenfrucht, um viel Wurzelmasse zu bilden und meinen Humusaufbau zu steigern?

  • vor 11 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
Wieviel Wurzelmasse bilden Zwischenfrüchte wirklich?

Wenn du Zwischenfrüchte anbaust, tust du das meistens mit einem Ziel: den Boden verbessern. Wir freuen uns über eine kniehohe Begrünung, doch für den langfristigen Erfolg ist viel entscheidender, was unter der Erdoberfläche passiert. In diesem Artikel schauen wir uns an, was die Wissenschaft dazu sagt und wie viel Wurzelmasse unsere Zwischenfrüchte wirklich bilden.



Warum die Wurzel der wahre Humus-Turbo ist


Wusstest du, dass fast 50 % des dauerhaft gebundenen Humus-Kohlenstoffs aus der Wurzelmasse stammen? Der oberirdische Spross liefert im Vergleich nur etwa 10 %. Der Rest kommt von Wurzelausscheidungen (Exsudaten) und abgestorbenen Mikroben. In den stabilen Wurzelkanälen ist das Material zudem viel besser vor schneller Zersetzung geschützt.


⇒ Es gilt also: Humusaufbau wird unter der Erde entschieden! 



Die Fakten: Was uns die Wissenschaft verrät

Da man Wurzeln nicht mal eben im Vorbeigehen zählen kann, werfen wir einen Blick auf internationale Studien. Hier zeigt sich: Eine Zwischenfrucht mit vielen verschiedenen Pflanzenarten ist der Schlüssel für mehr Wurzelmasse und Humusaufbau auf deinem Acker.



1. Studie Heuermann (Deutschland, 2022)

Diese Studie untersuchte Standorte in Asendorf und Triesdorf.

Ergebnis: 

Der Klee bildete konsequent die geringste Wurzelmasse.

Überraschung:

Ein später Saattermin (September führte zwar zu mickrigen Beständen oben, aber zu einer enormen Wurzelbildung unten.

Stickstoff-Effekt:

Bei extrem niedrigem Stickstoffgehalt im Boden (Nmin) entwickelten die Pflanzen kaum Biomasse über der Erde, gaben aber unter der  Erde Gas, um Nährstoffe zu suchen.

⇒ Die Optik sagt absolut nichts über die Leistung unten aus


Studie Heuermann (Deutschland, 2022)



2. Studie aus Frankreich (2021)

Hier wurden Kreuzblütler (Brassicas) über vier Jahre verglichen.

Der Sieger: 

Der Ölrettich lieferte die höchste Wurzelbiomasse-Leistung

Der Verlierer:

Gelbsenf schnitt innerhalb der Kreuzblütler am schwächst ab

Leguminosen:

Auch hier zeichnet sich, dass Wicken deutlich weniger Wurzelmasse bilden als Kreuzblütler.

Studie über Kreuzblütler (Frankreich, 2021)



3. Studie der BOKU Wien (Standort Tulln)

Diese Untersuchung im Glashaus schaute sich die Nährstoffaufnahme (Phosphor) an.

Masse vs. Effizienz:

Sandhafer bildete massiv Wurzeln. Klee hingegen bildete wenig Masse, konnte aber hohe Mengen an Phosphat binden.

Bodenabhängigkeit:

Lupinen scheiterten auf kalkhaltigen Böden (hoher pH-Wert), während sie in sauren Milieus gut arbeiteten.

Studie BOKU Wien (Tulln)



4. Studie aus den USA (2020)

Hier lag der Fokus auf der Wurzelarchitektur (Triticale, Raps, Inkarnatklee).

Horizontale:

Durch die horizontale Verteilung bildete Triticale viel mehr Wurzelmasse zwischen den Reihen.

Vertikale:

Kreuzblütler wie Raps wachsen eher vertikal (mit einer Pfahlwurzel) nach unten, bilden in der Breite aber weniger Masse als Getreide. 

Studie über Triticale, Raps und Inkarnatklee (USA, 2020)



5. Studie zur Winterhärte (USA)

Die Studie vergleicht Getreide, Kreuzblütler und Leguminosen. Auch hier haben die Getreidearten die höchste Wurzelbiomasse. 


⇒ Der entscheidende Punkt: die Sorten

Winterhärte:

Bei extremen Wintern an diesem Standort (-20°C) überlebten nur winterharte Arten wie Roggen oder spezieller Hafer. Wenn die Kreuzblütler abfrieren, stoppt auch das Wurzelwachstum.

Studie über Getreide, Kreuzblütler und Leguminosen zur Winterhärte (USA)


Fazit


Fast die Hälfte des stabilen Humus entsteht direkt aus der Wurzelmasse und den Ausscheidungen der Pflanzen. Dabei hat jede Pflanzenfamilie ihre eigene Spezialdisziplin: Getreidearten sind die absoluten Masse-Könige und durchwurzeln den Boden bis in den letzten Winkel. Kreuzblütler wie der Ölrettich bohren sich tief in den Unterboden, während Leguminosen zwar weniger Masse bilden, dafür aber chemische Höchstleistungen bei der Nährstoffmobilisierung vollbringen. Für einen nachhaltigen und gewinnbringenden Humusaufbau ist das Wissen um die richtigen Pflanzenarten in deiner Zwischenfrucht für die Bildung von Wurzelmasse daher absolut unerlässlich.



Hol dir die richtigen Pflanzenarten für deine diverse Zwischenfrucht um nachhaltig Wurzelmasse zu bilden und den Humusaufbau zu stärken!


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Unsere Artikel gibt es auch als Youtube Videos erklärt von Christoph Gutscher


 
 
 

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