Wie kann ich durch meine Zwischenfrucht, lange Anbaupausen und weite Fruchtfolgen Leguminosenmüdigkeit vermeiden und die Stickstofffixierung ankurbeln?
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Hast du Leguminosen wie Erbsen oder Ackerbohnen in deinem Anbauplan? Dann ist dir das Risiko der Leguminosenmüdigkeit sicher ein Begriff. Doch wie gehst du damit um, wenn du Zwischenfruchtmischungen einsetzen willst, die ebenfalls Leguminosen enthalten? In diesem Artikel klären wir, wann Leguminosen in der Zwischenfrucht ein Segen sind und wann sie zum Problem für deine Hauptfrüchte werden können.
Was ist Leguminosenmüdigkeit überhaupt?
Unter dem Begriff Leguminosenmüdigkeit versteht man ein komplexes Schadbild, bei dem der Boden „müde“ wird, Leguminosen gesund zu tragen. Die Folge sind stagnierende Erträge bis hin zu Totalausfällen.
Symptome
⇒ Bodenbürtige Pilzkrankheiten
Stängel und Wurzeln verfärben sich und werden morsch.

⇒ Schaderreger
Nematoden, Insekten und spezifische Pilze reichern sich im Boden an.
⇒ Biochemische Faktoren
Wurzelausscheidungen der Pflanzen und Nährstoffungleichgewichte im Boden.
⇒ Strukturprobleme
Oft spielen auch ganz klassische bodenstrukturelle Probleme eine Rolle, die den Krankheitsdruck verstärken.
Der kritische Faktor: Die Stickstoff-Dynamik
Ein Punkt ist die Stickstofffixierung. Leguminosen nutzen Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln als kleine „Kraftwerke“, um Stickstoff aus der Luft zu binden.
Das Problem vor Leguminosen-Hauptfrüchten:
Wenn du direkt vor einer Leguminose (z. B. Ackerbohne) eine leguminosenreiche Zwischenfrucht anbaust, stellst du dem Boden schnell mineralisierten Stickstoff zur Verfügung.

Das klingt erst einmal gut, ist aber kontraproduktiv: Die Knöllchenbakterien der Hauptfrucht werden „faul“ und beginnen nicht mit ihrer Arbeit, da bereits zu viel Stickstoff im Boden vorhanden ist.

Praxis-Tipp:
Direkt vor einer Leguminose als Hauptkultur solltest du in der Zwischenfrucht auf Leguminosen verzichten oder sie nur in ganz geringem Ausmaß einsetzen.
Prävention durch Planung:
Mischungen und Abstände
Wie verhält man sich nun richtig, wenn man Zwischenfrüchte vor Kulturen wie Mais oder Sommergetreide plant? Hier ist die Antwort: Es kommt auf deine Strategie an.
1. Die Fruchtfolge analysieren
Frage dich zuerst: Wie eng stehen die Leguminosen in deiner Fruchtfolge?
Enge Fruchtfolge:
Sind die Abstände kurz, lass die Leguminosenarten, die du als Hauptfrucht nutzt, aus der Zwischenfrucht konsequent raus.
Weite Fruchtfolge:
Wenn die Anbaupause ohnehin großzügig gewählt ist, kannst du Leguminosen mit Augenmaß integrieren.
2. Diversität als Schutzschild
Artenreiche Bestände sind der Schlüssel zur Bodengesundheit. In einem diversen Pflanzenbestand haben es einzelne Schaderreger deutlich schwerer überhandzunehmen.
Zwar steigt mit der Pflanzenvielfalt auch die Diversität der Mikroorganismen, aber der gesamte Schaddruck sinkt, weil das biologische Gleichgewicht im Boden stabilisiert wird.

Fazit
Um deinen Boden gesund zu halten, ist ein tiefes Verständnis der Zusammenhänge wichtig. Das Verständnis über deine Zwischenfrucht und die damit riskierte Leguminosenmüdigkeit ist entscheidend für das Festlegen einer korrekten Anbaupause innerhalb der Fruchtfolge, um die natürliche Stickstofffixierung auf dem Acker nicht zu gefährden.
Vermeidung | Daumenregel | Vielfalt |
Keine identischen Leguminosen in der Zwischenfrucht und direkter Folge-Hauptfrucht. | Bei engen Fruchtfolgen grobkörnige Leguminosen (z.B. Erbsen) in der Hauptfrucht durch Feinkörnige (z.B. Klee) in der Zwischenfrucht ergänzen und umgekehrt. | Setze auf diverse Zwischenfruchtmischungen mit vielen verschiedenen Partnern, um den Schaddruck gering zu halten. |
Hol dir deine angepasste Zwischenfrucht gegen Leguminosenmüdigkeit und effizienter Stickstofffixierung!
Die richtige Strategie bei Leguminosen entscheidet über Jahre hinweg über die Gesundheit deines Bodens. Wir unterstützen dich gerne bei der richtigen Auswahl der Leguminosen in deiner Zwischenfrucht!
Unsere Artikel gibt es auch als Youtube Videos erklärt von Christoph Gutscher




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