Kann meine Zwischenfrucht bei Trockenheit mehr Wurzelmasse ausbilden und damit den Humusaufbau fördern?
- Sabina Auberger
- 15. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Wer kennt es nicht? Die Zwischenfrucht ist ausgesät, die Saattechnik passt und trotzdem bleibt der Bestand nach einem trockenen Sommer oder Herbst klein und unscheinbar. Schnell entsteht der Eindruck, dass die Investition umsonst war. Doch genau das Gegenteil kann der Fall sein. Denn Trockenheit verändert die Strategie der Pflanzen. Statt oberirdisch viel Biomasse aufzubauen, investieren sie verstärkt in ihre Wurzeln. Genau dort entstehen viele der positiven Effekte, die eine Zwischenfrucht für den Boden leisten kann.
Trockenstress verändert die Biomasseverteilung
Stehen Pflanzen unter Trockenstress, verschiebt sich ihre Biomasse. Während oberirdisch oft nur wenig Wachstum sichtbar ist, wird unterirdisch deutlich mehr Wurzelmasse aufgebaut.

Diese Reaktion ist logisch: Wasser und Nährstoffe werden knapp. Deshalb versucht die Pflanze, mit einem größeren Wurzelsystem möglichst viele Ressourcen zu erschließen. Die Folge ist eine deutlich höhere Wurzelbiomasse als in Jahren mit ausreichenden Niederschlägen.
Dabei werden viele Ziele einer Zwischenfrucht erreicht:
✔ Verbesserung der Bodenstruktur
✔ Förderung des Bodenlebens
✔ Bildung zusätzlicher Bodenporen
✔ Bessere Wasseraufnahme
✔ Höheres Wasserspeichervermögen für die Folgekultur
Auch wenn oberirdisch wenig zu sehen ist, arbeitet die Zwischenfrucht unter der Erde intensiv weiter.

Studie: Mischungen vs. Reinkulturen
Eine mehrjährige Untersuchung aus Deutschland verglich verschiedene Zwischenfruchtarten und Mischungen in trockenen und normalen Jahren.
Im extrem trockenen Jahr 2016 war oberirdisch nur wenig Biomasse vorhanden. Unterirdisch zeigte sich jedoch das Gegenteil: Die Pflanzen investierten deutlich stärker in ihre Wurzeln.
Zudem sieht man auch, dass die Zwischenfruchtmischung sowohl unter trockenen als auch unter normalen Bedingungen die besten Ergebnisse erzielte. Sie bildete die höchste Wurzelbiomasse und schnitt besser ab als alle Reinsaaten.
Warum reagieren Pflanzen so?
Trockenheit bedeutet für Pflanzen gleichzeitig Wasser- und Nährstoffmangel. Da bei fehlender Bodenfeuchte auch die Mineralisierung zurückgeht, steht weniger Stickstoff zur Verfügung.
Die Reaktion der Pflanze ist eindeutig: Sie investiert ihre Energie in ein größeres Wurzelsystem.
Dabei entstehen:
⇒ Längere Wurzeln
⇒ Mehr Feinwurzeln
⇒ Eine größere Wurzeloberfläche
⇒ Stärkeres Tiefenwachstum
So erhöht die Pflanze ihre Chancen, auch unter schwierigen Bedingungen Wasser und Nährstoffe zu erreichen.
➽ Vielfalt verstärkt den Effekt
Nicht nur Trockenstress beeinflusst die Wurzelentwicklung. Auch die Artenvielfalt spielt eine entscheidende Rolle.
Langzeitversuche wie das Jena-Experiment zeigen, dass diverse Pflanzenbestände mehr Wurzelbiomasse bilden als artenarme Bestände. Unterschiedliche Pflanzenarten ergänzen sich gegenseitig und nutzen den Boden effizienter.

Besonders wichtig ist dabei die Kombination verschiedener funktioneller Gruppen, beispielsweise Gräser, Leguminosen und Kräuter. Dadurch entstehen positive Wechselwirkungen im Wurzelraum, die das gesamte System stärken.
Fazit
Ein kleiner Zwischenfruchtbestand nach einem trockenen Herbst bedeutet nicht automatisch einen Misserfolg. Im Gegenteil: Trockenstress kann dazu führen, dass Pflanzen ihre Energie gezielt in die Wurzeln verlagern.
Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf das zu schauen, was oberirdisch sichtbar ist. Oft fördern Tage mit hoher Trockenheit die Wurzelmasse und damit den Humusaufbau der Zwischenfrucht.
Zwischenfrucht und Trockenheit: Du kannst gezielt deine Wurzelmasse und damit den Humusaufbau fördern!
Eine gute Zwischenfrucht wirkt auch dort, wo man sie nicht sieht. Entdecke jetzt unsere Zwischenfruchtmischungen für gesunde und widerstandsfähige Böden.
Unsere Artikel gibt es auch als Youtube Videos erklärt von Christoph Gutscher












Kommentare