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Konventionell vs. Konservierend: Der Langzeitversuch zur Bodenbearbeitung für mehr Bodengesundheit.

Aktualisiert: 16. Dez. 2025

Langzeitversuch vergleicht konventionelle und konservierende Bodenbearbeitung

Eckdaten des BOKU-Langzeitversuchs (2015-2022) auf tonreichem Boden: Dieser Langzeitversuch verglich auf dem Institutsgut Tulln über sieben Jahre hinweg das Standardsystem (konventionell, tiefe Bearbeitung, enge Fruchtfolge) mit konservierender Bodenbearbeitung (konservierend, reduzierte Bearbeitung, breite Fruchtfolge, Zwischenfrüchte). Im Fokus standen Bodengesundheit, Erträge und Treibhausgase.



Langzeitversuch enthüllt: So steigert konservierende Bodenbearbeitung Bodengesundheit und Erträge


Die Landwirtschaft steht vor der Herausforderung, Erträge zu sichern und gleichzeitig Klima und Boden zu schützen. Ein aktueller Langzeitversuch der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien, die sich über sieben Jahre erstreckte, liefert klare Antworten. Im Vergleich stand die reduzierte Bodenbearbeitung, konservierend, mit breiten Fruchtfolgen und intensivem Zwischenfruchteinsatz, mit dem intensiven Standardverfahren (tiefe Grubberbearbeitung, enge Fruchtfolge). Durchgeführt wurde dieser Langzeitversuch auf schwerem, tonreichen Boden am Standort Tulln. Die Ergebnisse zeigen, dass dieses ganzheitliche System nicht nur die Bodengesundheit signifikant verbessert und Treibhausgase minimiert, sondern auch die Bodenfruchtbarkeit und Stresstoleranz erhöht, ohne dabei Ertragseinbußen hinnehmen zu müssen.



Überraschende Resilienz: Erträge sichern und Klima schonen


Entgegen mancher Skepsis stellte der Langzeitversuch von 2015 bis 2022 fest, dass die konservierende Bodenbearbeitung im Durchschnitt aller Jahre keinen signifikanten Unterschied zu den Erträgen des Standardsystems aufwies. Besonders bemerkenswert war die Widerstandsfähigkeit in Stresssituationen: In den Dürrejahren 2017 und 2018 zeigten konservierend bewirtschaftete Zuckerrüben deutlich höhere Erträge. Die Erklärung liegt im verbesserten Bodengefüge:


"Die konservierende Bodenbearbeitung und der Einsatz der Zwischenfrüchte... führt natürlich letztlich zu einem besseren Bodengefüge, zu mehr Porenvolumen und damit auch zu einer höheren Wasserspeicherfähigkeit, in Summe eben zu dieser Resilienz, zu dieser höheren Stresstoleranz."

~ Christoph Gutscher


Zusätzlich bestätigt die Studie die Effizienz: Die berechneten Treibhausgasemissionen der konservierenden Variante beliefen sich nur auf die Hälfte der Emissionen des Standardverfahrens – was vor allem durch die fehlende intensive Bodenbearbeitung und die damit verbundenen Einsparungen in der Düngung entsteht. Dies macht die Methode zur klar kosteneffizienteren und ökologischeren Wahl.



Nachhaltige Steigerung der Bodenfruchtbarkeit und Nährstoffspeicherung


Die positiven Effekte der konservierenden Bodenbearbeitung auf die Bodengesundheit sind messbar und nachhaltig. Trotz des trägen, schweren tonreichen Bodens in Tulln verbesserte sich der angewandte Bodengesundheitsindex (der physikalische, biologische und chemische Parameter zusammenfasste) nach sieben Jahren um 7 %.


Ein entscheidender Faktor für die Bodenfruchtbarkeit ist die Nährstoffversorgung: Die Studie zeigte, dass im konservierenden System ein höherer nachlieferbarer Stickstoffpool vorhanden ist. Diese Beobachtung wird durch die Ergebnisse des "Bodenpionierprojekts" (ebenfalls von der BOKU) untermauert, wo konservierend wirtschaftende Betriebe (über mindestens sieben Jahre) einen um 16 % signifikant höheren nachlieferbaren Stickstoffwert aufwiesen als Standardbetriebe.


Höherer nachlieferbarer Stickstoffwert bei konservierender Bodenbearbeitung

Der Langzeitversuch belegt somit, dass Konservierend eine Form der Bodenbearbeitung ist, welche in Kombination mit artenreicher Fruchtfolge und Zwischenfrüchten, die Bodengesundheit fördert.


Profitiere von den Ergebnissen der Studie!

Wir helfen dir, die konservierende Bodenbearbeitung optimal mit deiner Fruchtfolge und den richtigen Zwischenfrüchten zu verknüpfen, um deine Bodengesundheit nachhaltig zu steigern.


Unsere Artikel gibt es auch als Youtube Videos erklärt von Christoph Gutscher


 
 
 

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