Was macht meine Zwischenfrucht gerade? Welchen Einfluss hat das CN-Verhältnis auf die Bodenstruktur?
- vor 22 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

Während die Bestände über dem Boden oft nur noch nach "braunem Zeug" aussehen, entscheiden sich jetzt unter der Oberfläche die Erträge der nächsten Saison. Doch was passiert dort genau? Wir haben den Spätwinter-Check gemacht und die wichtigsten Fakten zur Mineralisierung und Bodengesundheit zusammengefasst.
Das Verdauungssystem des Bodens:
Das CN-Verhältnis verstehen
Man kann den Boden mit dem menschlichen Verdauungssystem (dem Biom) vergleichen. Mikroorganismen im Boden "essen" das organische Material, aber nicht alles schmeckt ihnen gleich gut.
Enges CN-Verhältnis (leicht verdaulich) | Weites CN-Verhältnis (schwer verdaulich) |
Leguminosen oder Blätter haben viel Stickstoff und wenig Kohlenstoff. Sie verschwinden im Februar oft als Erste, weil sie schnell mineralisiert werden. | Verholzte Stängel von Ölrettich oder Sonnenblumen sind nicht sehr beliebt beim Boden. Sie brauchen länger für den Abbau. |
Die Gefahr im Frühjahr: Die Stickstoffsperre
Liegt im Frühjahr eine dicke Matte aus strohigem Material mit hohem Kohlenstoffanteil auf dem Feld, kann es zur sogenannten Stickstoffsperre kommen.
Die Mikroorganismen benötigen für den Abbau dieses Materials Stickstoff, den sie sich aus dem Boden holen – genau dort, wo eigentlich dein Mais oder dein Getreide keimen soll.
⇒ Wichtig!
Um diese Sperre zu umgehen, kann eine gezielte Bodenbearbeitung helfen, das Material zu zerkleinern und die Angriffsfläche für die Biologie zu vergrößern.
Blick unter die Erde: das Wurzelwerk
Eine gute Bodenstruktur entsteht nicht durch Maschinen, sondern durch Biologie. Pflanzen wie der Tillage Radish (Ackerrettich) bestehen zu fast 90% aus Wasser. Wenn sie im Winter abfrieren, hinterlassen sie tiefe Röhren im Boden.
→ Belüftung:
Diese Löcher sorgen dafür, dass sich der Boden im Frühjahr schneller erwärmt.
→ Krümelstruktur:
Feinwurzeln von Phacelia oder Klee bauen eine stabile Krümelstruktur auf, die man sogar riechen kann – ein gesunder Boden duftet!

Fakten-Check:
Zwischenfrucht-Leistung im Februar
Zustand im Februar | Auswirkung auf die Folgekultur | |
Leguminosen | Meist schon komplett zersetzt | Schnelle Nährstofffreigabe |
Ölrettich-Stängel | Oft noch als holzige Reste sichtbar | Schutz vor Erosion, braucht Zeit zum Abbau |
Wurzelgänge | Sichtbare Hohlräume (z.B. vom Tillage Radish) | Bessere Wasserführung & Erwärmung |
Bodenleben | Aktiv ab ca. 8-10°C Bodentemperatur | Start der Mineralisierung |
Dass eine artenreiche Zwischenfrucht mit einem unterschiedlichem CN-Verhältnis die Bodenstruktur positiv beeinflusst, zeigt sich besonders an der verbesserten Tragfähigkeit und der Krümelbildung im Oberboden.
Fazit
Der Zustand deiner Zwischenfrucht im Februar verrät dir viel über die Nährstoffdynamik im Frühjahr. Je diverser die Mischung war, desto besser ist das Bodenleben auf verschiedene Materialien vorbereitet. Wer auf maximale Diversität setzt, gönnt seinem Boden "Urlaub" und steigert langfristig die Wirtschaftlichkeit.
Mit deiner betriebsindividuellen Zwischenfrucht und damit einer idealen CN-Verhältnis Zusammensetzung kannst du deine Bodenstruktur gezielt fördern!
Der Zustand Ihrer Zwischenfrucht im Februar entscheidet über den Erfolg deiner Sommerkultur. Überlasse die Bodenstruktur und die Nährstoffdynamik nicht dem Zufall. Mit den hochdiversen Mischungen von farm2farm förderst du gezielt das Bodenleben, vermeidest Stickstoffsperren und baust wertvollen Humus auf.
Entdecke unsere MultiMax-Mischungen auf farm2farm.eu und sorge für eine optimale Struktur auf deinem Acker!
Unsere Artikel gibt es auch als Youtube Videos erklärt von Christoph Gutscher




Kommentare