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Warum kommt mein Getreide gelb aus dem Winter: Sind Nährstoffmangel und Virus die Ursachen?

  • vor 24 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
Warum kommt Getreide gelb aus dem Winter?

Ein bekanntes Bild im Frühjahr: Man blickt auf das Feld und sieht gelbe Verfärbungen im Wintergetreide – egal ob Weizen, Gerste oder Roggen. Doch warum ist das so, selbst wenn der Boden eigentlich gut mit Nährstoffen versorgt ist? 



Die zwei Hauptursachen für gelbes Getreide

Wenn Getreidebestände ungesund gelb aus dem Winter kommen, gibt es im

Wesentlichen zwei Erklärungsansätze:


  1. Der Nährstoffmangel

  2. Die Schaderreger


In den meisten Fällen liegt jedoch eine Mangelsituation vor, die durch äußere Einflüsse begünstigt wird.



1. Nährstoffmangel trotz guter Versorgung?

Dass Getreide gelb wird, liegt oft nicht am Fehlen der Düngung, sondern an der Verfügbarkeit. 


Hier sind die häufigsten Faktoren:


  • Sauerstoffmangel und Staunässe

    Nasse Füße:  Bei Staunässe (durch Verdichtungen oder Schmierschichten) bekommt die Wurzel keinen Sauerstoff. Sie kann nicht atmen, und das Bodenleben kommt zum Erliegen.

    Schneedecke:  Eine langanhaltende Schneedecke kann dazu führen, dass der Sauerstoff darunter aufgebraucht wird. Die Pflanze baut Chlorophyll ab und vergilbt.


  • Witterungsextreme: Starkregen und Trockenheit

    Auswaschung:  Starkregen verlagert Nährstoffe in tiefere Schichten. Junge Pflanzen, die gerade von der "Samen-Ernährung" auf Wurzelernährung umstellen, finden in der obersten Schicht plötzlich nichts mehr vor.

    Frost und Trockenheit:  Bei Frost und starkem Wind ohne schützende Schneedecke trocknen die obersten Bodenschichten extrem aus. Die flachen Wurzeln finden kein Wasser, in dem die Nährstoffe gelöst sein müssten.

  • Bodenbeschaffenheit (Tonige Böden)

    Kalte Böden:  Schwere Böden erwärmen sich im Frühjahr langsamer. Das Bodenleben hinkt der Lufttemperatur hinterher, wodurch Nährstoffe zu spät freigesetzt werden.

    Wurzelabriss:  Durch das Wechselspiel von Frost und Austrocknung entstehen Risse im Boden, welche die feinen Getreidewurzeln buchstäblich zerreißen können.



2. Managementfehler als Ursache

Nicht immer ist die Natur schuld. Auch bei der Bewirtschaftung können Fehler passieren:


  • Aussaat: 

    Zu tiefe oder zu seichte Saat ohne Bodenschluss lässt Wurzeln "in der Luft hängen".


  • Strohmatten: 

    Wenn die Wurzeln auf eine unverrottete Strohschicht treffen, verlieren sie den Kontakt zur Bodenlösung.


  • Herbizide:

    Überlappungen bei der Anwendung können punktuelle Vergilbungen verursachen.



3. Virus oder Pilz? So erkennst du den Unterschied

Manchmal steckt tatsächlich ein Krankheitserreger dahinter.


  • Der Gelbverzwergungsvirus

    Ein Virusbefall (z.B. Gelbverzwergungsvirus oder Weizen-Verzwergungs-Virus) wird im Herbst durch Blattläuse oder Zikaden übertragen.


    Indizien:

    War der Herbst warm?

    → War die Aussaat sehr früh?


    Symptome: 

    ⇒ Die Pflanzen bleiben im Wachstum zurück (Verzwergung)

    ⇒ Die Pflanzen wachsen ungleichmäßig

    ABER: Eine sichere Diagnose liefert hier nur eine Laboranalyse.


  • Pilzbefall (z.B. Mehltau)

    Pilze wie Mehltau lassen sich meist einfach identifizieren:


    Vorgehen: 

    → Pflanze herunternehmen und nach Belägen suchen.

    → Ein weiß-gräulicher Belag, der sich abwischen lässt ⇒ Mehltau



Fazit: Dass Getreide gelb aus dem Winter kommt, sind meist witterungsbedingter Nährstoffmangel und weniger ein Virus die Ursachen


Meistens ist die Lösung logisch: 


  • Flächige Gelbfärbung ⇒ Aussaatprobleme

  • Stellen am Vorgelände ⇒ Verdichtungen

  • Streifen ⇒ Probleme bei der Strohverteilung des Mähdreschers


Um den Bestand zu unterstützen, hilft oft nur Geduld ("es wächst sich aus") oder eine gezielte Unterstützung durch eine Blattdüngung, sobald die Vegetation einsetzt. Es ist entscheidend zu verstehen, dass meist die Ursachen aus ungünstiger Witterung und Standortbedingungen einen Nährstoffmangel auslösen und das Getreide gelb aus dem Winter kommt, in wenigeren Fällen deutet dies auf einen Virus hin.



Möchtest du deinen Bestand im Frühjahr optimal unterstützen?


Gelbe Stellen im Feld sind kein Grund zur Panik, aber ein klarer Auftrag zur Ursachenforschung. Bevor du blind nachspritzt, nimm dir die Zeit für einen kurzen Check: Spatenprobe machen, Wurzeln prüfen und die Bodenstruktur bewerten.

Und dann: Teile deine Erfahrung! Welche Strategie hat bei deinem gelben Getreide diesen Frühling am besten geholfen? Schreib es uns und schau auf unserer Website vorbei, wie wir dich bei der Bestandsführung unterstützen können.




Unsere Artikel gibt es auch als Youtube Videos erklärt von Christoph Gutscher


 
 
 

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