Welche Bekämpfung hilft gegen den Fusarium Pilz am Weizen durch Maisstroh? Die Lösung: Regenwürmer.
- Sabina Auberger
- 11. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Dez. 2025

Die Direktsaat von Weizen in Maisstroh wirft sofort die Frage nach dem Risiko für Ährenfusarium auf. Dieser Pilz kann zu Taubährigkeit und gefährlichen Mykotoxinbelastungen (z. B. DON) im Weizen führen. Die gute Nachricht: Obwohl das Maisstroh die Infektionsquelle ist, zeigen Studien, dass die Wahl zwischen No-till und reduzierter Bodenbearbeitung kaum einen Unterschied macht. Die wahre, nachhaltige Lösung liegt woanders.
Die Fusarium-Gefahr: Was passiert im Weizen?
Das Hauptproblem ist der Pilz Fusarium graminearum, der die Qualität und den Ertrag des Weizens massiv mindert.
Symptome: Taubährigkeit, verschrumpelte, verkümmerte Körner, geringeres Hektolitergewicht.
Toxin-Belastung: Die Fusarium Pilze stoßen hochgiftige Mykotoxine (wie DON) aus, die für Mensch und Tier schädlich sind.
Infektionszeitpunkt: Die höchste Anfälligkeit besteht während der Weizenblüte bei warmen Temperaturen (≈ 17 - 20 °C) und leichter Feuchtigkeit.
Infektionsquelle: Sporen werden vom am Boden liegenden Maisstroh durch Wind und Regen zur Ähre gebracht. Klar ist: Je mehr Fusarium belastetes Maisstroh am Acker liegt, desto höher ist der Fusariumdruck.

Im Vergleich: Pflügen, reduzierte Bodenbearbeitung und No-till Verfahren
Die Frage, welche Bodenbearbeitungsmethode den Fusariumdruck am besten reduziert, führt zu drei Varianten:
1. Pflügen (Wendende Bodenbearbeitung)
Effekt: Der Fusariumdruck wird kurzfristig stark gesenkt, da die Sporen nicht zur Weizenblüte gelangen können.
Vorteil: Der Fusariumdruck wird kurzfristig stark gesenkt, da die Sporen nicht zur Weizenblüte gelangen können.
Nachteil: Das ist lediglich ein Verschieben des Problems. Da das Stroh tief unten nicht verrottet, kommt es in späteren Jahren wieder hoch, und der Pilz ist immer noch aktiv. Es kommt zu späteren Infektionen oder Wurzelkrankheiten.
Management: Pflügen löst das Problem nur kurzfristig, ist teuer, zerstört die Bodenstruktur und fördert Erosion.
2. Reduzierte Bodenbearbeitung
Effekt: Kein signifikanter Unterschied in der Fusarium- und DON-Belastung des Weizens im Vergleich zu No-till (Direktsaat).
Vorteil: Geringere Kosten und geringerer Aufwand im Vergleich zum Pflügen.
Nachteil: Die verbleibenden 30–70% Maisstroh an der Oberfläche reichen bei infektionsgünstiger Witterung immer noch für eine hohe Sporenbelastung und Infektion aus.
Management: Erfordert den Einsatz von Geräten (Grubber, Scheibenegge). Bei hohem Infektionsdruck sind Fungizide notwendig.
3. No-till Verfahren
Effekt: Kein signifikanter Unterschied in der Fusarium- und DON-Belastung des Weizens im Vergleich zur reduzierten Bodenbearbeitung.
Vorteil: Einsparung aller Kosten und des Aufwands für die Bodenbearbeitung.
Nachteil: 100% des Maisstrohs verbleiben an der Oberfläche, was theoretisch maximalen Sporendruck bedeutet (praktisch aber nicht zu signifikant mehr Infektionen führt als die reduzierte Bearbeitung)
Management: Bei hohem Infektionsdruck sind Fungizide notwendig.
Belege der Studie aus den USA: Es kommt zu keinem signifikanten Unterschied der Fusarium- und DON-Belastung in den drei Varianten

Die wahre Bekämpfung gegen den Fusarium Pilz bei Weizen durch das Maisstroh: Regenwürmer
Da weder Pflügen, reduzierte Bodenbearbeitung oder No-till die Mykotoxinbelastung eindämmen können, muss das Bodenleben die Bekämpfung übernehmen.
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Studien belegen, dass Regenwürmer (Lumbricus terrestris / Tauwurm) Fusarium belastetes Maisstroh als Nahrung bevorzugen. Der Pilz macht das ligninhaltige Stroh saprophytisch (vorverdaut) und dadurch leichter verdaulich für den gebisslosen Regenwurm.
Mechanismus der Verdauung:
Die Regenwürmer ziehen das infizierte Stroh schnell in ihre Gänge.
Dort wird es von der Mikrobiologie und den Regenwürmern verdaut.
Der Pilz kann sich in den Folgejahren nicht mehr vermehren.
Der potenzielle Fusariumdruck wird signifikant reduziert, ohne das Problem zu verschieben.
Fazit: Die Förderung von Regenwürmer bietet die beste Bekämpfung des Fusarium Pilzes beim Weizen durch das Maisstroh.
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