Welche Vorteile und Nachteile hat der Gelbsenf in meiner Zwischenfrucht?
- vor 2 Tagen
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Gelbsenf ist der Klassiker auf vielen Äckern: Er ist günstig, wächst rasant und begrünt das Feld in kürzester Zeit. Doch unter Praktikern und Wissenschaftlern gibt es auch Kritik. In diesem Artikel zeigen wir dir alle Vor- und Nachteile des Gelbsenfs.
Die Sonnenseite: Vorteile vom Gelbsenf
Es gibt gute Gründe, warum diese Pflanzenart so verbreitet ist. Vor allem unter schwierigen Bedingungen spielt sie ihre Stärken aus:
Schnelles Wachstum:
Innerhalb von nur 45 Tagen kann Gelbsenf von der Aussaat bis zur Blüte gelangen.
Unkrautunterdrückung:
Durch die rasante Entwicklung nimmt er unerwünschten Beikräutern sofort das Licht.
Nährstofffixierung:
Er bindet schnell verfügbaren Stickstoff im Boden.
Schutzfunktion:
Senf wirkt als Erosionsschutz und schreckt Schnecken ab. Zudem gibt es spezielle Sorten, die Nematoden unterdrücken.
Kosteneffizienz:
Er ist unschlagbar günstig in den Saatgutkosten pro Hektar.
Die Schattenseite: Nachteile vom Gelbsenf
Trotz der Vorteile gibt es zwei massive Nachteile, die jeder Landwirt kennen sollte, wenn er über einen Gelbsenf als Zwischenfrucht nachdenkt.
1. Der Stickstoff-Verlust durch Ausgasung
Ein großes Problem ist das im Senf enthaltene Senföl. Dieser Stoff enthält viel Stickstoff. Wenn die Pflanze im Winter abfrostet und die Zellen zerfallen, wird dieser Stickstoff frei.
Lachgas-Emissionen
Ein erheblicher Teil des gebundenen Stickstoffs geht als Lachgas in die Atmosphäre verloren. Das ist schlecht für die Klimabilanz und ein direkter Verlust von wertvollem Dünger für deinen Acker.
→ Studienbeleg: Versuche der Forschung Austria zeigen, dass beim Gelbsenf bis zu 37 % des Stickstoffs über den Winter ausgasen können – bei artenreichen Mischungen ist dieser Verlust nur halb so hoch.
2. Wenig Masse unter der Erde
Humus wird primär durch Wurzeln aufgebaut. Hier schneidet Gelbsenf im Vergleich zu Leguminosen, Phacelia oder Buchweizen deutlich schlechter ab. Er investiert mehr Energie in das oberirdische Wachstum als in eine massive Wurzelbiomasse.
Fazit
Gelbsenf als Reinsaat ist besonders bei einer frühen Aussaat (August) aufgrund der hohen Ausgasungsverluste nicht zu empfehlen. Er blüht zu schnell ab und verliert seine Funktion.
Christoph´s Empfehlung:
Nutze Gelbsenf als Komponente in einer artenreichen Mischung. Je diverser der Bestand, desto besser wird das Bodenleben gefördert und desto stabiler bleibt der Stickstoff im System.
Mit deiner betriebsindividuellen Zwischenfrucht kannst du die Nachteile vom Gelbsenf in Vorteile umwandeln!
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