Wie beeinflusst die Saatstärke meiner Zwischenfrucht den Erfolg und die Biomasse meines Ackers?
- Sabina Auberger
- vor 5 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen

Wer vor der Aussaat steht, stellt sich unweigerlich die Frage: Soll ich mich strikt an die züchterischen Vorgaben halten, oder ist mehr vielleicht doch mehr?
Die Empfehlungen für Kulturen wie Ölrettich oder Phacelia variieren oft stark. Doch was ist pflanzenbaulich wirklich richtig, um die Ziele einer Zwischenfrucht zu erreichen?
Die Technik gibt den Takt vor
Bevor wir in die Biologie eintauchen, spielt die Sätechnik eine entscheidende Rolle. Je ungenauer die Ablage, desto höher muss die Menge sein:
Drohnensaat:
Erfordert eine wesentlich höhere Saatstärke, da weniger Samen am Keimplatz ankommen.
Streuer auf Bodenbearbeitungsgeräten:
Auch hier sollte tendenziell etwas dicker gesät werden als bei der Drillsaat.
Direktsaat (z.B. Drillsaat):
Hier ist die präziseste Ablage möglich, weshalb du dich am ehesten an die unteren Grenzen der Empfehlungen halten kannst.
Ober- und unterirdisches Wachstum: Mehr ist nicht immer mehr!
Interessanterweise zeigt der Blick auf die oberirdische Biomasse in Bezug auf die Saatstärke nicht nur bei der Zwischenfrucht
ein überraschendes Bild. Wissenschaftliche Studien (unter anderem aus den USA) belegen, dass eine massive Erhöhung der Saatgutmenge die Masse über der Erde kaum steigert.
Der „Mais-Effekt“:
Ähnlich wie beim Mais gibt es eine Kurve, die irgendwann abfällt. Zu viele Pflanzen auf engem Raum konkurrieren so stark um Licht und Wasser, dass die Biomasse pro Hektar ab einem gewissen Punkt sogar wieder sinkt.

Ein wichtiger Vorteil einer leicht erhöhten Saatstärke ist jedoch die schnellere Etablierung positiver Effekte: Mehr Pflanzen pro Quadratmeter bedeuten eine raschere Bodenbedeckung, besseren Schutz vor Sonneneinstrahlung und eine effektivere Unkrautunterdrückung.
Der Perspektivwechsel: Mit den Augen eines Regenwurms
Betrachte die Zwischenfrucht nicht wie eine Kuh, sondern wie ein Regenwurm!
Hier zeigen Vergleiche mit Kulturen wie Winterweizen eine klare Tendenz. Je höher die Saatstärke, desto höher ist die Root Length Density (Wurzellängendichte). Das bedeutet:
Mehr Humusaufbau: Mehr Wurzeln bringen mehr Kohlenstoff in den Boden.
Bessere Struktur: Eine intensive Durchwurzelung bricht Verdichtungen auf.
Aktivere Biologie: Jede Wurzelspitze ist ein Fütterungsplatz für Mikroorganismen.
Pflanzenbauliches Fazit
Um das volle Potenzial am Acker zu nutzen, müssen wir die Saatstärke jeder Zwischenfrucht so wählen, dass sowohl die oberirdische Biomasse als auch das unterirdische Wurzelwachstum maximiert werden. Eine relative Erhöhung um 20 % bis 30 % gegenüber der Standardempfehlung ist für die unterirdischen Ziele oft sehr sinnvoll.
Sonderfall: Saatstärke in Mischungen
Bei komplexen Mischungen ist Vorsicht geboten. Eine pauschale Verdopplung kann das Gleichgewicht kippen. Wenn eine dominante Art (wie Senf) plötzlich zu dicht steht, unterdrückt sie die restlichen Pflanzen der Mischung. Hier kommt es auf Erfahrung und eine präzise Konzeption an.
Deine Checkliste für die optimale Saatstärke:
Sätermin
Je später im August, desto höher die Saatstärke (kürzere Tage, kühler). Bei früher Saat (Juli) nicht zwingend reduzieren, um Stressphasen abzupuffern.
Ziele definieren
Willst du nur schnelles Grün (Unkrautunterdrückung) oder tiefen Bodenaufbau?
Mischungen vertrauen
Bei Farm2Farm-Mischungen wie unserem Yours2Grow-Programm ist die optimale Stärke für deinen Sätermin oft schon in der Empfehlung eingerechnet.
Optimiere die Saatstärke deiner Zwischenfrucht für maximale ober- und unterirdische Biomasse!
Die richtige Saatstärke entscheidet darüber, ob deine Zwischenfrucht nur den Boden bedeckt oder ihn tiefgreifend regeneriert. Lass nicht den Zufall entscheiden, was unter der Erde passiert! Wir stimmen die Saatstärke und die Artenzusammensetzung exakt auf deinen Standort, deine Technik und deine Ziele ab.
Unsere Artikel gibt es auch als Youtube Videos erklärt von Christoph








Kommentare