Wie kann ich die Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen fördern und damit die Bodenfruchtbarkeit stärken?
- Sabina Auberger
- 9. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen

Wir alle verfolgen im Ackerbau ein großes Ziel: Wir wollen unsere Böden so führen, dass sie über Generationen hinweg nachhaltig und profitabel bleiben. In Zeiten von extremen Wetterereignissen bedeutet das vor allem, die Stressresistenz unserer Bestände zu erhöhen.
Ein ganz zentrales Zahnrad in diesem System ist die Bodenfruchtbarkeit. Um diese zu steigern, müssen wir den Boden als lebenden Organismus verstehen – und hier spielen Mykorrhiza-Pilze eine Hauptrolle.
Der Mykorrhiza-Pilz
⇒ arbuskuläre (“Bäumchen-artige”) Endo-Mykorrhiza-Pilz

Bei der arbuskulären Mykorrhiza handelt es sich um eine Lebensgemeinschaft zwischen Pilz und Pflanze. Man kann es sich wie einen geschäftlichen Handel vorstellen:
→ Der Pilz liefert:
Der Mykorrhiza-Pilz lebt nur in Symbiose mit Pflanzen. Er dockt an der Wurzel an, dringt in diese ein und entwickelt ein feines Hyphennetzwerk, welches das Wurzelsystem um das Fünffache erweitert. Er erschließt kleinste Bodenporen und liefert der Pflanze und dem Boden Wasser sowie Nährstoffe, insbesondere das oft schwer verfügbare Phosphor, aber auch Zink und Stickstoff.
→ Die Pflanze bezahlt:
Da der Pilz keine eigene Photosynthese betreiben kann, liefert ihm die Pflanze Energie in Form von Kohlenstoff (Zucker und Fette).
Dieser Austausch ist jedoch kein Automatismus!
Die Pflanze geht diesen Handel nur ein, wenn sie ihn für nötig hält. Herrscht ein Überfluss an Wasser und Nährstoffen, investiert die Pflanze keine Energie in den Pilz.
Aber welche Kulturen profitieren von der Symbiose?
Der Großteil unserer heimischen Kulturpflanzen ist „mykorrhizierend“. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, die man in der Fruchtfolge und bei der Zwischenfruchtplanung kennen sollte:
Symbiose mit Mykorrhiza | ||
Mais | Durumweizen | Ackerbohne |
Weizen | Sorghum | Karotte |
Gerste | Kartoffel | Spargel |
Roggen | Sonnenblume | Zwiebel |
Triticale | Sojabohne | Lein |
Hafer | Kürbis | Hanf |
Dinkel | Erbse | |
Keine Symbiose mit Mykorrhiza | ||
Raps | Lupine | Senf |
Zuckerrübe | Buchweizen | |
Drei Wege, wie du Mykorrhiza-Pilze stärkst
Um das vorhandene Pilznetzwerk in deinem Boden nicht zu zerstören, solltest du auf drei Faktoren besonders achten:
1. Angepasste Düngung:
Eine übermäßige Versorgung, insbesondere mit leicht verfügbarem Phosphor, nimmt der Pflanze den Anreiz, mit dem Pilz zusammenzuarbeiten. Wirtschaftliche Düngung bedeutet hier auch, die Biologie arbeiten zu lassen.
2. Bewusster Pflanzenschutz:
Nicht alle Fungizide schaden der Mykorrhiza. Meist sind es eher ältere, unspezifische Wirkstoffe mit breiter Wirkung, die den Pilz negativ beeinflussen. Moderne Wirkstoffe sind hier oft selektiver und unproblematischer.
3. Minimale Bodenbearbeitung:
Dies ist der entscheidende Faktor. Das feine Hyphennetzwerk ist extrem sensibel gegenüber mechanischen Eingriffen. Jede intensive Bodenbearbeitung zerreißt die Verbindung zwischen Wurzel und Pilz. Da der Pilz ohne die Wurzel nicht überleben kann, reduziert intensive Bearbeitung den Pilzanteil zugunsten von Bakterien massiv.
Setzte du den entscheidenden „Aktiv-Boost“ für die Symbiose der Miykorrhiza-Pilze um deine Bodenfruchtbarkeit zu fördern!
Wenn wir gezielt Maßnahmen ergreifen und Mykorrhiza-Pilze fördern, die Symbiose erleichtern, damit die Bodenfruchtbarkeit steigern und Nährstoffkreisläufe nachhaltig stärken, sichern wir unsere Erträge langfristig ab.
So gehts!
Gezielte Zwischenfrucht:
Vor Kulturen wie Mais oder Soja, die sehr stark auf Mykorrhiza ansprechen, solltest du Zwischenfrüchte wählen, die das Pilznetzwerk im Sommer und Herbst bereits aufbauen.
→ Sudangras oder Phacelia sind hier hervorragende Partner. Im Idealfall erfolgt die Folgesaat ohne Bodenbearbeitung, damit die junge Kultur direkt an das fertige Netzwerk „andocken“ kann.
Mykorrhiza-Inokulation nutzen:
Du kannst dein Saatgut (z. B. Mais) auch direkt mit Sporen und Myzelteilchen impfen (z. B. mit Rootella). Das gibt der Pflanze sofort nach der Keimung die Chance, die Symbiose einzugehen, selbst wenn das natürliche Netzwerk im Boden geschwächt ist.
Fazit
Der Weg zu einem resilienten Ackerbau führt über das Verständnis biologischer Prozesse. Du hast fünf zentrale Hebel in der Hand, um das Bodenleben aktiv zu steuern: Durch eine bedarfsgerechte Düngung und einen gezielten Pflanzenschutz hältst du den Anreiz für die Pflanze hoch, Partnerschaften einzugehen. Eine reduzierte Bodenbearbeitung schützt das empfindliche Netzwerk, während mykorrhizierende Zwischenfrüchte und moderne Inokulate das System aktiv impfen und stärken. Diese Maßnahmen fördern gezielt Mykorrhiza-Pilze, steigern damit die Symbiose zwischen Pflanze und Pilz, wodurch du Bodenfruchtbarkeit und Pflanzengesundheit nachhaltig verbesserst. Am Ende ist die Mykorrhiza ein Investment in die natürliche Kraft deines Bodens, das sich durch stabilere Bestände und höhere Profitabilität auszahlt.
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