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Wie kann ich für meine Zwischenfrucht Aussaat den Sätermin, die Saattechnik und das Strohmanagement optimieren?

Zwischenfrucht erfolgreich aussäen - 3 Tipps aus der Praxis

Eine erfolgreiche Zwischenfrucht bringt enorm viele Vorteile für deinen Boden. Sie verbessert die Struktur, bricht Verdichtungen auf und speichert wertvolle Nährstoffe. Damit das gelingt, müssen die Pflanzen aber erst einmal optimal auflaufen. In der Praxis gibt es drei goldene Regeln für den Erfolg – doch weil kein Jahr und kein Betrieb dem anderen gleicht, schauen wir uns auch das „große Aber“ und die besten Alternativen an!


Tipp 1: Der Saattermin

Die Zwischenfrucht gehört so schnell wie möglich nach der Ernte in den Boden. Das hat zwei entscheidende Gründe:


  • Nutzung der Restfeuchtigkeit:

    Der vorherige Getreide- oder Rapsbestand spendet im Sommer Schatten. Direkt nach dem Drusch ist deshalb oft noch eine gute Bodenfeuchtigkeit und eine feine Gare vorhanden. Wer sofort sät, sichert dem Saatgut den perfekten Start zum Keimen.


  • Pflanzen als Mini-PV-Anlagen: 

    Jeder Tag im Sommer liefert unheimlich viel wertvolle Sonnenenergie. Je früher grüne Pflanzen auf dem Acker stehen, desto schneller nutzen sie dieses Sonnenlicht, um Biomasse und Wurzeln zu bilden.


  • Vorsprung vor Ausfallgetreide: 

    Eine sehr frühe Aussaat sorgt dafür, dass die Zwischenfrucht schneller wächst als das Ausfallgetreide und dieses effektiv unterdrückt.


Früher Aussaattermin um das Sonnenlicht früh zu nutzen.

Das große Aber bei Trockenheit:

Ist es schon vor der Ernte extrem trocken, der Boden steinhart wie Asche und kein Regen in Sicht? Dann warte ab! Es bringt nichts, das Saatgut in den staubtrockenen Boden zu legen, wo es eventuell ungleichmäßig ankeimt und direkt vertrocknet. Passe dich also immer deiner regionalen Witterung an.



Tipp 2: Die Sätechnik

Der wohl wichtigste Mindset-Tipp: Geh an die Zwischenfruchtaussaat mit der gleichen Sorgfalt heran wie an die Aussaat von Weizen, Raps oder Rüben. Das Ziel ist eine saubere, exakte Ablage des Saatguts.


  • Die Werkzeuge: 

    Im Idealfall nutzt du eine Drillsämaschine, eine Zinkensämaschine oder bei der Direktsaat direkt in die Stoppeln eine spezielle Direktsaatmaschine.

Ideal für Aussaattechnik

  • Die Realität auf dem Betrieb: 

    Du hast nicht die perfekte High-End-Technik zur Verfügung? Das ist kein Problem! Wichtiger als die Maschine selbst ist, wie du das Beste aus deinen Gegebenheiten herausholst. Auch ein Bodenbearbeitungsgerät mit einem pneumatischen Streuer funktioniert super, wenn du dir die Zeit nimmst, ihn exakt einzustellen und für eine saubere Ablage und einen guten Bodenschluss zu sorgen.



Tipp 3: Das Strohmanagement

Ob dein Saatgut optimal keimen kann, entscheidet sich oft schon auf dem Mähdrescher. Hier müssen wir zwei Wege in der Praxis unterscheiden:



Variante A: Das Stroh bleibt auf dem Acker

Das hält dich zeitlich flexibel, weil du nicht auf den Strohpresser warten musst. Aber Vorsicht vor Verteilungsmängeln!


  • Homogene Verteilung: 

    Das Stroh muss absolut sauber gehäckselt und gleichmäßig über die gesamte Arbeitsbreite verteilt werden. Unterschiedliche Strohmengen auf engem Raum führen zu einem ungleichmäßigen Auflaufen.


  • Gefahr von „Hairpinning“: 

    Liegt zu viel loses Stroh in der Spur, drückt das Säschar das Getreidestroh in den Boden, statt es zu durchschneiden. Das Saatgut liegt dann im Stroh statt im Boden und bekommt keinen Bodenschluss.


Christophs Praxis-Trick: 

Wenn die Strohmatte zu dick für deine Sätechnik ist, mäh das Getreide einfach deutlich höher ab. Die langen Stoppeln stehen fest auf dem Feld und stören die Schare nicht. Das sieht zwar wild aus, erfüllt aber perfekt seinen Zweck. Die Zersetzung der Stoppeln setzt dann einfach etwas verzögert im nächsten Frühjahr ein.



Variante B: Das Stroh wird abgefahren

Wird das Stroh gepresst, verlierst du meistens etwas Zeit und bist von der Witterung abhängig. Versuch trotzdem, direkt nach dem Pressen zu säen. 

Ein schlecht eingestellter Mähdrescher rächt sich übrigens auch hier: Die Spuren, wo die dicke Strohmatte vor dem Pressen lag, sieht man oft noch Monate später an der Zwischenfrucht oder im folgenden Frühjahr an der Folgekultur.

Zwei Varianten vom Strohmanagement: Stroh abfahren oder Stroh am Acker lassen


Fazit


Um auf deinem Betrieb die Zwischenfrucht Aussaat zu optimieren musst du die Regeln für Sätermin, Saattechnik und Strohmanagement flexibel an dein Wetter und deine Maschinen anpassen. Achte auf die Restfeuchtigkeit, stelle deine verfügbare Technik sorgfältig ein und sorge für ein sauberes Strohmanagement auf dem Mähdrescher – dann steht einem vitalen Zwischenfruchtbestand nichts im Weg!



Du willst deine Zwischenfrucht Aussaat optimieren und die Regeln zum Sätermin, Saattechnik und Strohmanagement kennen?


Die Theorie hinter einer erfolgreichen Etablierung ist das eine, aber die perfekte Umsetzung auf deinen eigenen Schlägen und unter deinen spezifischen Bedingungen ist die eigentliche Kunst. Genau hier unterstützen wir dich! Bei FARM2FARM bieten wir dir nicht nur hochwertige, auf deinen Betrieb abgestimmte Zwischenfruchtmischungen, sondern stehen dir auch mit der besten fachlichen Beratung und kompromissloser Qualität zur Seite. Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass dein Saatgut den optimalen Start erwischt. 




Unsere Artikel gibt es auch als Youtube Videos erklärt von Christoph Gutscher


 
 
 

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