Wie kann meine Zwischenfrucht die Schnecken auf dem Acker bekämpfen?
- Sabina Auberger
- vor 5 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Schnecken können im Ackerbau schlagartig zu einer massiven Bedrohung werden. Besonders Nacktschnecken wie die Ackernetzschnecke oder die Spanische Wegschnecke sorgen oft für kahlgefressene Felder. Doch wusstest du, dass die Wahl deiner Begrünung einen entscheidenden Einfluss auf die Population hat?
Warum explodiert die Schneckenpopulation?
Eine einzige Schnecke kann unter idealen Bedingungen bis zu 500 Eier legen. Passen Temperatur und Feuchtigkeit, entstehen daraus innerhalb weniger Monate theoretisch bis zu 250.000 Nachkommen.

Damit es zu dieser Invasion kommt, müssen drei Faktoren vorliegen:
Versteckmöglichkeiten: Hohlräume in grobscholligen Böden oder viel organisches Material an der Oberfläche.
Feuchtigkeit: Ein konstanter Wasserfilm auf der Bodenoberfläche ist für ihre Fortbewegung essenziell.
Moderate Temperaturen: Ideal sind 10 bis 15 Grad Celsius.
Im Widerspruch: Bodenruhe vs. Schneckenkontrolle
Hier stehen wir vor einer Herausforderung: Für ein gesundes Bodenleben wollen wir wenig Bodenbearbeitung und viel organisches Material.
Doch genau das bietet den Schnecken den idealen Lebensraum. Um diesen Widerspruch zu lösen, ohne die Bodenruhe zu opfern, rückt die Auswahl der Pflanzenarten in den Fokus.
Fraßversuche:
Welche Pflanzen meiden Schnecken?
Studien zeigen, dass Nacktschnecken extrem wählerisch sind. Während einige Arten innerhalb von zehn Tagen komplett kahlgefressen werden, rühren sie andere kaum an.
🐌 Beliebte „Leckerbissen“ ⇒ Hohes Risiko
Raps & Grünschnittraps
Sonnenblume & Ramtillkraut
Kleearten (Perserklee, Alexandrinerklee)
Grünschnittroggen & Leindotter
🚫 Unbeliebte Pflanzen ⇒ Schneckenhemmend
Gelbsenf & Sareptasenf
Buchweizen
Sandhafer
Kresse & Öllein
Phacelia (geringer Fraß)
Interessanterweise korreliert das Fraßverhalten direkt mit der Vermehrung: Wo die Schnecken wenig fressen, können sie sich auch deutlich schlechter vermehren.
Die Lösung: Vielfalt statt Monokultur
Wenn du ein bekanntes Schneckenproblem auf deinen Flächen hast, ist es sinnvoll, bei der Mischung auf die oben genannten resistenten Arten zu setzen.
Wer klug plant und auf die richtige Mischung setzt, wird feststellen, dass eine vielfältig gewählte Zwischenfrucht die Schnecken auf deinem Acker bekämpfen und die Umwelt zugleich schonen kann.
Ansonsten ist Vielfalt dein bester Schutz. In einer artenreichen Mischung finden sich immer Pflanzen, die von den Schnecken gemieden werden. Diese "Überlebenskünstler" sichern die Funktionen der Zwischenfrucht (Bodenbedeckung, Durchwurzelung), selbst wenn andere Komponenten unter Druck geraten.
Mit deiner artenreichen Zwischenfrucht gelingt es dir garantiert, die Schnecken auf deinem Acker zu bekämpfen!
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