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Wie viel Stickstoff bringt meine Zwischenfrucht und was hat das C/N-Verhältnis und die mikrobielle Aktivität damit zu tun?

Wie viel Stickstoff bringt die Zwischenfrucht?

Wenn wir über die Zwischenfrucht sprechen, geht es um weit mehr als nur Begrünung – es geht darum, den Stickstoffkreislauf auf deinem Betrieb aktiv zu steuern. In dieser Zusammenfassung unserer dreiteiligen Videoreihe erfährst du, wie du das volle Potenzial deiner Bestände ausschöpfst.



① Der Stickstoffkreislauf

Der Stickstoffkreislauf passiert im Boden permanent von allein. Humus wird umgesetzt, Nährstoffe werden frei. Mit einer Zwischenfrucht hast du jedoch das Werkzeug in der Hand, diesen Prozess zu lenken:


 Stickstoff sichern: 

Überhänge aus dem Sommer über den Winter retten.


→ Stickstoff sammeln: 

Durch Leguminosen neuen Stickstoff aus der Luft im System binden.


⇒ Effizienz steigern: 

Den Stickstoff genau dann verfügbar machen, wenn die Folgekultur (egal ob Mais, Rübe oder Getreide) ihn braucht.


Goldene Regel:

Damit das System funktioniert, muss die Zwischenfrucht üppig sein. Behandle sie wie eine Hauptkultur: Aussaat so früh wie möglich, mit der besten Technik!


② Das C/N-Verhältnis

Warum wird aus manchen Pflanzenresten sofort Dünger, während andere den Boden „blockieren“? Die Antwort liegt im C/N-Verhältnis (Kohlenstoff zu Stickstoff).


  • Enges Verhältnis (< 24:1)

    Zum Beispiel bei jungen Leguminosen (Klee, Erbsen). Hier ist viel Stickstoff im Verhältnis zum Kohlenstoff da. Die Mikroorganismen haben „Überschuss“ und setzen Stickstoff für die Folgefrucht frei.


  • Weites Verhältnis (> 24:1)

    Zum Beispiel bei verholztem Grünschnittroggen oder Stroh. Hier müssen die Mikroorganismen sogar Stickstoff aus dem Boden „ausleihen“, um den vielen Kohlenstoff zu verdauen. Es entsteht eine Stickstoffsperre.



Praxis-Tipp: 

Je jünger und vegetativer die Pflanze beim Umbruch ist, desto schneller fließt der Stickstoff!



③ Die Mikrobielle Aktivität

Verantwortlich für die Freisetzung sind Milliarden von Bakterien und Pilzen. Ihre mikrobielle Aktivität entscheidet über das Timing der Nachlieferung. 


Du brauchst drei Dinge:


  1. Temperatur 

    Bei 20 °C arbeiten sie bis zu dreimal schneller als bei 10 °C.


  2. Feuchtigkeit

    Ein feuchter, aber nicht nasser Boden ist ideal.


  3. Sauerstoff

    Aerobe Prozesse brauchen Luft. Eine gezielte Bodenbearbeitung beim Umbruch bringt Sauerstoff in das System und wirkt wie ein Brandbeschleuniger für die Verrottung.



Fazit

Wie viel Stickstoff bringt deine Zwischenfrucht nun konkret? Je nach Management und Bestand sind die Unterschiede gewaltig:


  • Ein niedriger, ausgewogener Bestand liefert oft 10 bis 20 kg N/ha.


  • Ein üppiger, meterhoher Bestand mit vielen Leguminosen kann im Folgejahr 100 bis 150 kg N/ha nachliefern!


Um diese wertvolle Düngerwirkung zu erzielen, ist ein tiefes Verständnis der Zusammenhänge nötig: Eine üppige Zwischenfrucht sorgt für viel Stickstoff, vorausgesetzt es herrscht das passende C/N-Verhältnis und eine hohe mikrobielle Aktivität. So können die Pflanzennährstoffe genau zum richtigen Zeitpunkt für die Folgekultur frei werden.


Lerne dein System zu verstehen und steuere es klug. Dann wird die Zwischenfrucht zu deinem effizientesten Mitarbeiter auf dem Acker!



Du willst das richtige C/N-Verhältnis und die mikrobielle Aktivität deiner Zwischenfrucht ankurbeln, um Stickstoff freizusetzen?


Warte nicht bis zum Frühjahr, um zu sehen, was passiert. Geh jetzt in die Planung: Wähle die passende Mischung für deine Folgekultur, achte auf einen frühen Aussaatzeitpunkt und steuere die Stickstoffnachlieferung gezielt durch dein Umbruchmanagement. Hast du Fragen zu deiner speziellen Fruchtfolge oder brauchst du Tipps für die passende Zwischenfrucht-Mischung? Schreib uns in die Kommentare oder kontaktiere uns direkt – wir bringen gemeinsam Dynamik in deinen Stickstoffkreislauf!




Unsere Artikel gibt es auch als Youtube Videos erklärt von Christoph Gutscher




 
 
 

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