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Beeinflusst die Aussaat meiner Zwischenfrucht die Konkurrenz und damit die Unterdrückung von Ausfallgetreide?

  • 9. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit
Problem: Ausfallgetreide in der Zwischenfrucht

Das Problem kennt fast jeder Landwirt: Man sät die Zwischenfrucht mit den besten Absichten aus, doch kurze Zeit später dominiert ein grüner Teppich aus Getreide den Acker. Aber warum gewinnt das Getreide oft den Kampf um Licht und Nährstoffe, und wie können wir das Blatt wenden? Wir schauen uns an, warum wir manchmal auf die klassische Bodenbearbeitung „pfeifen“ sollten, um der Biologie den Vorrang zu geben.



Mechanik vs. Biologie


Historisch gesehen haben wir gelernt, auf die erste Keimwelle zu warten, um das Getreide mechanisch zu bekämpfen. Das braucht jedoch Zeit – oft bis in den September. Hier entstehen zwei widersprüchliche Ziele:


Ziel 1: Ausfallgetreide durch Bodenbearbeitung bekämpfen (braucht Zeit).


Ziel 2: Die Zwischenfrucht so früh wie möglich etablieren, um Nährstoffe zu binden und Humus aufzubauen.


⇒ Die Folge: Wer hier zu lange wartet, sät die Zwischenfrucht erst Ende August. 


⇒ Das Problem: Die Tage werden kürzer, die Sonne steht flach und es wird kühler. Während tropische Pflanzen wie Sudangras oder Sorghum dann „frieren“, beginnen für das Wintergetreide genau jetzt die optimalen Bedingungen.



Die Strategie: Konkurrenzkraft durch Tempo


Die Lösung liegt oft nicht im Grubber, sondern im Kalender. Eine Strategie, die in der Praxis hervorragend funktioniert, ist die unmittelbare Aussaat nach dem Drescher.


Warum funktioniert das?

Vorsprung nutzen

Lichtentzug

Biologische Unterdrückung

→ Die ZF nutzt die Sommerhitze im Juli

→ Die ZF nutzt die Sonnenenergie im Juli

⇒ Die ZF baut Biomasse auf

→ Die ZF schließt das Feld

⇒ dem Getreide am Boden fehlt das Licht zur Entwicklung

⇒ Eine vitale Zwischenfrucht ist der stärkste Gegner für jedes Unkraut


Strategie-Versuch:

   




Fakten-Check für die Praxis


  1. Strohmanagement

    Idealerweise Stroh hoch dreschen oder abfahren, um die Saatgutablage zu optimieren (Vermeidung von Hairpinning).


  2. Diversität

    Artenreiche Mischungen besetzen verschiedene Nischen im Boden und über der Erde besser als Reinsaaten.


  3. Beobachtung

    Auch wenn es im August am Vorgewende kritisch aussieht – hab Vertrauen! Oft überholt die Zwischenfrucht das Getreide im September und Oktober komplett.



Fazit: Werden wir konsequent!


Wenn wir die Ziele unserer Zwischenfrucht – wie Bodenstrukturverbesserung und Nährstoffspeicherung – wirklich erreichen wollen, müssen wir sie wachsen lassen. Die Erfahrung zeigt: Eine frühe Aussaat maximiert die Konkurrenz der Zwischenfrucht, sorgt für eine aktive Unterdrückung und verhindert so, dass das Ausfallgetreide die Oberhand gewinnt.

Gönn also deiner Zwischenfrucht den Sommer-Vorsprung. Wenn sie erst einmal zwei Meter hoch steht, spielt das Getreide darunter keine Rolle mehr für deinen Erfolg im nächsten Frühjahr.



Mit einer frühen Aussaat deiner artenreichen Zwischenfrucht, die Konkurrenz zur Unterdrückung von Ausfallgetreide nutzen!


Lass nicht zu, dass dein Getreide die Regie übernimmt! Wer eine vitale und leistungsstarke Mischung ernten will, muss die Biologie auf seine Seite ziehen. Die richtige Strategie und vor allem artenreiche Zwischenfrucht, kann deine Kultur fördern und deinem Boden die maximale Erholung gönnen.




Unsere Artikel gibt es auch als Youtube Videos erklärt von Christoph Gutscher



 
 
 

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