Kann meine Zwischenfrucht trotz Trockenheit den Stickstoffverlust durch Mineralisierung mit ihrer Nährstoffeffizienz ausgleichen?
- vor 19 Stunden
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„Zahlt sich das bei der Hitze überhaupt aus?“ Diese Frage ertönt in extrem trockenen Jahren immer wieder. Wenn der Boden staubt, zweifeln viele Landwirte, ob das Geld für eine Zwischenfruchtmischung nicht schlicht rausgeschmissenes Geld ist. Doch die Wissenschaft – konkret eine Untersuchung von Norman Gentsch (Leibniz Universität Hannover) – liefert uns hier Fakten, die zum Umdenken anregen.
Der „stille“ Verlust: Was passiert auf nacktem Boden?
Viele glauben: Wenn es nicht regnet, bewegt sich im Boden nichts. Das ist ein Irrtum. Selbst im extrem trockenen Jahr 2018 zeigte sich bei einer Schwarzbrache (unbearbeiteter Acker nach Weizen) ein massiver Nährstoffabgang.
Der Stickstoff-Pool: Nach der Ernte bleibt oft ein Rest aus der Düngung zurück, den der Weizen wegen der Dürre nicht nutzen konnte.
Aktives Bodenleben: Da der Boden im August und September warm ist, arbeitet das Mikrobiom auf Hochtouren.
Die unsichtbare Wanderung: Obwohl kein Sickerwasser floss, verlagerte sich der Stickstoff von den oberen in tiefere Schichten. Warum? Durch Konzentrationsunterschiede in der Restbodenflüssigkeit gleicht sich der Stickstoffgehalt nach unten hin aus.
⇒ Das Ergebnis der Brache: Über 100 kg Stickstoff gingen pro Hektar in tiefere Schichten verloren – unerreichbar für den Mais im nächsten Jahr.
Warum also eine Zwischenfrucht bei Trockenheit?
In der Untersuchung wurde eine diverse Mischung aus 12 Pflanzenarten (Mix 12) gegenübergestellt. Hier zeigt sich die wahre Nährstoffeffizienz:
Stickstoff-Anker
Während die Brache 80 kg Stickstoff aus der Mineralisierung verlor, waren es bei der Zwischenfrucht nur knapp 10 kg. Die Pflanzen nehmen den Stickstoff über die Wurzeln auf und speichern ihn „oben“.
Biomasse als Tresor
Die rund 70 kg Stickstoff, die sonst verloren wären, sind nun in der Biomasse gebunden.
Punktgenaue Lieferung
Durch eine geschickte Mischung (inklusive Leguminosen) wird dieser Stickstoff im nächsten Sommer genau dann wieder frei, wenn der Mais in die Hauptwachstumsphase geht.

Fakten-Check: Zwischenfrucht vs. Brache
Merkmal | Schwarzbrache (nackter Boden) | Diverse Zwischenfrucht (Mix 12) |
Stickstoffverlust | Über 100 kg N/ha (Verlagerung) | Nur ca. 10 kg N/ha |
Bodenleben | Mineralisierung ohne Nutzen | Mineralisierung wird in Pflanzen investiert |
Frühjahrseffekt | Nährstoffe in der Tiefe „weg“ | Nährstoffe im Oberboden verfügbar |
Risiko | Bares Geld geht verloren | Investition zahlt sich durch N-Speicherung aus |
Es ist beeindruckend zu sehen, dass eine Zwischenfrucht auch bei extremer Trockenheit den Stickstoffverlust durch Mineralisierung in eine Nährstoffeffizienz umwandelt und die damit verbundenen Herausforderungen deutlich besser meistert als ein unbewachsener Acker.
Fazit
Natürlich gibt es Grenzen: Wenn es so trocken ist, dass absolut gar nichts keimt, hat es auch die beste Mischung schwer. Aber man sollte bedenken: Ein nackter Boden birgt über den Herbst immer das Risiko, dass wertvoller Stickstoff und damit bares Geld verloren geht. Eine etablierte Zwischenfrucht ist dein Speicher für das nächste Jahr.
Überstehe mit deiner individuellen Zwischenfrucht starke Trockenheit und wandle Stickstoffverlust durch Mineralisierung in Nährstoffeffizienz um!
Lass dein Geld nicht in tiefere Bodenschichten versickern! Die Fakten zeigen deutlich: Wer auf eine gezielte Begrünung verzichtet, verliert wertvolles Potenzial für das nächste Erntejahr.
Wir bei farm2farm unterstützen Sie dabei, Ihren Stickstoff im Oberboden zu halten und die natürliche Dynamik Ihres Standorts clever zu nutzen. Egal, wie trocken der Sommer ist – mit der richtigen Strategie sichern Sie sich die Nährstoffe für Ihren Mais von morgen. Genau deshalb entwickeln wir Mischungen, die auf diese Dynamiken abgestimmt sind – egal ob Standard oder individuell für deinen Betrieb ab 25 Hektar.
Unsere Artikel gibt es auch als Youtube Videos erklärt von Christoph Gutscher










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