Schadet der Pflug meinem Bodenleben durch Fäulnis sowie Erosion und bremst so den Aufbau von Humus?
- 4. Feb.
- 2 Min. Lesezeit

Es gibt viele Wege, mit der Zwischenfrucht über den Winter zu kommen. Eine traditionelle Methode ist das Einpflügen. Doch bevor du die Entscheidung für deine Flächen triffst, solltest du dich fragen: Was passiert dabei eigentlich unter der Erdoberfläche? Der Artikel zeigt dir, warum das „lebendige Begraben“ der Pflanzen oft genau das Gegenteil von dem bewirkt, was wir eigentlich erreichen wollen.
Warum wir pflügen – und was wirklich passiert
Das Ziel beim Einpflügen ist klar: Die grüne Biomasse soll im Boden zersetzt werden, damit die Nährstoffe der Folgefrucht rechtzeitig zur Verfügung stehen. In der Praxis stoßen wir jedoch auf zwei biologische Hürden:
Die Temperatur-Falle | Der Luftabschluss |
Bodenorganismen brauchen Wärme (> 5-10 °C)! Pflügst du im kalten Spätherbst, passiert im Boden erst einmal gar nichts. ⇒ Die Zersetzung startet erst im Frühjahr, während über den Winter Nährstoffe ungenutzt ins Grundwasser ausgewaschen werden können. | Mikroorganismen benötigen Sauerstoff! Wird die grüne Masse nach unten gewendet, entsteht oft eine luftdichte Trennschicht auf der Pflugsohle. ⇒ Weil das grüne Material gemeinsam mit der Feuchtigkeit “luftabschneidend” wirkt. |
Achtung!
Durch den Luftabschluss kann Fäule entstehen
Wenn der Sauerstoff fehlt, sterben die nützlichen Helfer ab. An ihre Stelle treten Organismen, die sich in einem anaeroben Milieu wohlfühlen.
!! Das Ergebnis: Es entsteht Fäulnis !!
⇒ Das Warnsignal:
Wenn du im Frühjahr Bodenbearbeitung machst und die Pflanzenreste stinken, ist das ein Zeichen für ein krankes Milieu. Das schadet den Wurzeln deiner neuen Kultur massiv.
Bodenstruktur und Erosion
Mit einer Zwischenfrucht investierst du in die Struktur deines Ackers. Der Einsatz schwerer Technik kann dieses Investment jedoch gefährden:
Gleichgewicht stören
Das Bodenleben ist in Schichten organisiert. Der Pflug stellt dieses System sprichwörtlich auf den Kopf und schadet wertvollen Helfern wie dem Regenwurm.
Schutzlosigkeit
Nackter Boden von November bis zum Frühjahr ist eine Einladung für Erosion durch Wind und Wasser – und das nicht nur am Hang, sondern auch auf der Ebene.
Verlust von Humus
Ein aktiver Aufbau von Humus funktioniert nur, wenn die Biomasse gesund verrotten kann und nicht im Boden „mumifiziert“.
Fazit: Den „Urlaub für den Boden“ konsequent zu Ende denken
Die Zwischenfrucht ist wie eine Kur für deinen Acker. Sie baut Struktur auf, schützt vor Extremwetter und sichert deine Erträge ab. Wenn du diesen positiven Effekt bis zum Ende nutzen willst, solltest du kritisch hinterfragen, ob die wendende Bodenbearbeitung der richtige Weg ist.
In den allermeisten Fällen zeigt die Praxis: Eine Bodenbearbeitung mit dem Pflug stört das aktive Bodenleben, begünstigt schädliche Fäulnis sowie Erosion und verhindert letztlich den nachhaltigen Aufbau von Humus. |
Gönn deinem Boden den Urlaub bis zum Schluss und reiß ihn nicht vorzeitig mit dem Eisen aus der Regenerationsphase!
Nicht der Pflug, sondern die geeignete Zwischenfrucht helfen dir, das Bodenleben zu verbessern, Humus aufzubauen und Fäulnis sowie Erosion vorzubeugen!
Ein gesunder Acker ist das Fundament deiner Erträge. Wer seine Zwischenfrucht als echtes Investment sieht, muss die Konsequenzen jeder Bodenbearbeitung genau kennen. Sei konsequent und schütze das, was du über den Sommer mühsam aufgebaut hast!
Unsere Artikel gibt es auch als Youtube Videos erklärt von Christoph Gutscher




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