Welche Ziele soll meine artenreiche Zwischenfruchtmischung erreichen, für maximalen Erfolg auf meinem Acker?
- Sabina Auberger
- vor 7 Stunden
- 3 Min. Lesezeit

Eine Zwischenfrucht ist weit mehr als nur eine gesetzliche Auflage oder ein „Lückenfüller“ zwischen zwei Hauptkulturen. Wer im Ackerbau profitabel und nachhaltig arbeiten möchte, muss das Management der Zwischenfrucht mit derselben Präzision angehen wie den Anbau von Weizen oder Mais. In diesem Artikel zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du das volle Potenzial deiner Pflanzen nutzen kannst.
Checkliste für deinen erfolgreichen Zwischenfruchtanbau
Schritt 1: Definiere deine betriebsspezifischen Ziele
Bevor das Saatgut bestellt wird, musst du festlegen, welche Funktion die Kultur erfüllen soll. Nur wer seine Hausaufgaben bei der Planung macht, kann später den Erfolg bewerten.
Diese Fragen kannst du dir im Vorhinein stellen:
➜ Welches Nährstoffmanagement erwarte ich von meiner Zwischenfrucht?
Bsp.: Stickstofffixierung durch Leguminosen oder das Binden von Stickstoffüberhängen zur Vermeidung von Auswaschung.
➜ Welche Bodenstruktur soll meine Zwischenfrucht hinterlassen?
Bsp.: Aufbrechen von Verdichtungen durch Tiefwurzler (z. B. Meliorationsrettich).
➜ Trägt meine Zwischenfrucht zur Pflanzengesundheit bei?
Bsp.: Unterdrückung von Unkraut und Pathogenen durch ein diverses Biom unter der Erde.
➜ Soll meine Zwischenfrucht als Erosionsschutz dienen?
Bsp.: Schnelle Bodenbedeckung zum Schutz vor Wind- und Wasserabtrag.
Schritt 2: Die Auswahl der richtigen Pflanzenfamilien
Erfolg im Zwischenfruchtanbau basiert auf Diversität. Jede Pflanzenfamilie bringt spezifische evolutionäre Fähigkeiten.

Der Werkzeugkasten deiner Zwischenfruchtmischung könnte bestehen aus:
Leguminosen: Liefern schnell verwertbares Material und binden Stickstoff.
Kreuzblütler: Robuste Pfahlwurzler zur Strukturverbesserung.
Gräser: Feinwurzel-Architektur für den Oberboden und hohe Photosyntheseleistung.
Korb- und Knöterichgewächse: Aufschluss spezifischer Nährstoffe und Förderung der Biodiversität.
Schritt 3: Nutze die Sonneneinstrahlung!
Der Faktor Zeit ist im Sommer deine wertvollste Ressource. Je früher die Aussaat erfolgt, desto mehr Sonnenenergie kann in Biomasse umgewandelt werden.
Maximum an Sonnenlicht:
Die Einstrahlung ist im Juli und August am höchsten. Jeder Tag zählt, um Kohlenstoff aus der Luft in den Boden zu pumpen.
Wurzelleistung:
Je mehr Biomasse über der Erde gebildet wird, desto intensiver arbeitet das Wurzelsystem unter der Erde – das ist der Schlüssel zum Humusaufbau.
Risikomanagement:
Frühe Aussaaten bergen das Risiko früher Blüte, was jedoch durch die richtige Artenwahl und Sortensteuerung kontrollierbar bleibt.
Schritt 4: Präzision bei Technik und Aussaat
Behandle deine Zwischenfrucht wie deine Hauptfrucht. Eine schlechte Ablage führt zu lückigen Beständen und lässt Raum für Unkraut.
Sätechnik:
Die Drillsaat ist aufgrund der exakten Tiefenführung oft ideal. Alternative Systeme (Streuer, Drohnen) müssen zum Standort und Niederschlag passen.
⇒ Hierbei gibt es kein Patentrezept, es ist betriebsspezifisch und individuell.
Die Frage die du dir stellen in jedem Fall stellen solltest:
“Wie kann ich dieses Saatgut so in meinen Acker bringen, dass es sich bestmöglich entwickelt?”
Fazit
Ein erfolgreicher Zwischenfruchtanbau ist das Ergebnis aus klaren Zielen, der richtigen Biologie und technischer Präzision. Wenn du das System „Boden“ als lebendigen Organismus verstehst, wird die Zwischenfrucht zum wichtigsten Werkzeug für deine Bodenfruchtbarkeit. Nur eine fachgerecht etablierte und artenreiche Zwischenfrucht stellt sicher, dass deine definierten Ziele erreicht, bewertet werden können und der wirtschaftliche Erfolg deiner Fruchtfolge langfristig gesichert bleibt.
Eine artenreiche Zwischenfruchtmischung, individuell für deinen Betrieb, erfüllt deine Ziele und steigert deinen Erfolg!
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