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Wie fördert die Biomasse meiner Zwischenfrucht das Bodenleben und was haben ihre Wurzelausscheidungen damit zu tun?

Pflanzen füttern den Boden - nicht umgekehrt

In der Landwirtschaft ist die Wurzel längst nicht nur ein Anker und die Versorgungsleitung für Wasser und Nährstoffe. Die Pflanze ist der aktive Motor, der den Boden füttert – nicht umgekehrt. In diesem Artikel erfährst du, warum die unsichtbare Arbeit unter der Erde der wahre Schlüssel zu wirtschaftlichem Erfolg und Resilienz gegenüber Wetterextremen ist.



Die Pflanze als biologische Pumpe


Pflanzen sind die einzige Möglichkeit, atmosphärischen Kohlenstoff effizient in den Boden zu transferieren. Dieser Prozess ist kein Nebenprodukt, sondern eine strategische Investition der Pflanze:


Der Kohlenstofftransfer


Bis zu 20 % der durch Photosynthese gewonnenen Energie werden aktiv in den Wurzelraum (Rhizosphäre) abgegeben.


Die Energiequelle


Diese Abgaben bestehen aus Zuckern, organischen Säuren und Aminosäuren, die als Primärnahrung für Mikroorganismen dienen.


Die Nährstoffmobilisierung


Durch die Abgabe von Säuren (z. B. Zitronensäure) senkt die Pflanze den pH-Wert im unmittelbaren Wurzelumfeld, wodurch blockierte Nährstoffe wie Phosphor pflanzenverfügbar werden.



Der Wurzelraum: Die unsichtbare Leistung


Ein wesentlicher Aspekt im professionellen Pflanzenbau ist die Differenzierung zwischen oberirdischer Optik und unterirdischer Realität. Besonders in Stresssituationen verschieben sich die Prioritäten der Pflanze:


  • Stress-Resilienz: 

    Studien belegen, dass Pflanzen bei Trockenheit oder Nährstoffmangel ihre Abgaben über die Wurzeln intensivieren, um die mikrobielle Unterstützung zu forcieren.


  • Wurzelarchitektur: 

    In trockenen Jahren kann die unterirdische Biomasse trotz kümmerlichem oberirdischem Wuchs enorm hoch sein. Die Pflanze investiert in das Überleben des System

Studie aus Triesdorf: Trockenheit hindert die Pflanze nicht an der Produktion von Wurzelausscheidungen, im Gegenteil

 Symbiosen: Die gezielte Förderung von Mykorrhiza-Pilzen verbessert die Wasser- und Nährstofferschließung massiv – ein entscheidender Vorteil in Zeiten des Klimawandels.



Strategisches Management der Zwischenfrucht


Um das Bodenpotenzial voll auszuschöpfen, kommt es auf die richtige Bewirtschaftungsstrategie an:


  1. Diversität der Arten

    Unterschiedliche Pflanzenfamilien sondern unterschiedliche Metaboliten ab.

    → Eine vielfältige Mischung füttert ein breiteres Spektrum an Bodenorganismen und unterdrückt Pathogene.


  2. Entwicklungsstadien nutzen

    Die Intensität der Wurzelexsudate nimmt mit Beginn der generativen Phase (Blüte) stark ab.

    → Gestaffelte Mischungen sind ideal, um den Boden über einen längeren Zeitraum aktiv zu halten.


  3. Selektion nach Mykorrhiza-Affinität 

    → Neue Forschungsprojekte zeigen, dass bestimmte Sorten (z. B. bei Sorghum) eine deutlich höhere Neigung zur Symbiose aufweisen.


Studie von Farm2Farm mit Sorghum-Sorten zur Feststellung der Unterschiede in den Wurzelausscheidungen


Fazit


Durch gezielte Wurzelausscheidungen aktiviert die Zwischenfrucht das Bodenleben und baut gleichzeitig wertvolle unterirdische Biomasse auf. Sie puffert Wetterextreme ab, verbessert die Bodenstruktur und reduziert langfristig den Bedarf an externen Betriebsmitteln durch eine effizientere Nährstoffnachlieferung.



Mit der richtigen Zwischenfrucht die Biomasse, das Bodenleben und die natürlichen Wurzelausscheidungen optimal fördern und ausnutzen!


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Unsere Artikel gibt es auch als Youtube Videos erklärt von Christoph Gutscher


 
 
 

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