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Zwischenfrucht Trockenheit:

28. Sept.
3 Min. Lesezeit

Was tun bei Unkraut im Zwischenfruchtbestand – Zwischenfrucht mulchen oder mähen, eine Zwischenfrucht nachsäen oder abfrostende Zwischenfrüchte & winterharte Zwischenfrüchte nutzen? 


Dieser Sommer hat vielen von uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotz optimaler Sätechnik und schnellem Anbau direkt nach der Ernte hat die extreme Hitze mit Temperaturen von 35 bis 40 Grad, extremer Sonneneinstrahlung und trockener Luft dazu geführt, dass vielerorts kaum etwas aufgelaufen ist – oft nicht einmal das Ausfallgetreide.


Stehst du Mitte September nun auch vor lückigen Beständen, in denen sich vor allem Beikräuter wie der weiße Gänsefuß oder Amarant breitmachen? Es stellt sich die drängende Frage: Handeln oder abwarten? Jede Maßnahme hat ihre Vor- und Nachteile. Hier sind die 5 praxisnahen Optionen, die du jetzt hast, um das Beste aus der Situation herauszuholen.


Option 1: Mechanischer Umbruch (Reinen Tisch machen)

Du fährst mit einem Bodenbearbeitungsgerät über den Acker, um den bisherigen Bestand komplett abzubrechen und neu zu beginnen.


  • Vorteil: Schneller Klarstrich und Beseitigung aller auflaufenden Beikräuter.


  • Nachteil: Extrem hoher Kosten- und Arbeitsaufwand. Durch die erneute Bodenbearbeitung geht wertvolle Restfeuchte verloren.


  • Fazit: In den meisten Fällen die schlechteste und teuerste Option, da bei anhaltender Trockenheit auch die Folgesaat kaum Chancen hat.


Option 2: Bestand mähen oder mulchen

Eine gezielte mechanische Reduktion des Aufwuchses, um vor allem die Verunkrautung einzudämmen.

  • Mähen: Ein sauberer Schnitt regt bestehende Zwischenfrüchte zum Wiedererudern an. Es entsteht ein dichterer Bestand, sofern die Kulturpflanzen dominieren.


  • Mulchen: Zerkleinert das Material stärker, was zu einer rascheren Zersetzung führt. Allerdings steigt das Risiko, dass auch die gewünschten Zwischenfruchtpflanzen durch die Einhäckselung komplett absterben.


  • Wichtiger Zeitfaktor: Stehen Gänsefuß oder Amarant bereits kurz vor der Samenreife, solltest du vorsichtig sein. Beim Mähen können die Samen auf dem Schwad abtrocknen und erst recht keimen.


Option 3: Günstige Nachsaat ausstreuen (z. B. im Kombi-Verfahren)

Du streust vor dem Mähen oder Mulchen eine günstige Zwischenfruchtkomponente mit dem Düngerstreuer oder einem pneumatischen Streuer aus. Das abgefeilte organische Material dient danach als Schuttschicht für die Keimung.


Beim Ausstreuen hast du zwei wesentliche Pflanzengruppen zur Auswahl:

Abfrostende Arten

  • Gelbsenf & Ölrettich: Sehr rasche Jugendentwicklung, schließen Lücken schnell und stecken zügig ab.


  • Risiko: Bei sehr späten Aussaaten ab Mitte September bleiben die Pflanzen kleiner und überstehen leichten Frost eventuell eher, was ein Eingreifen im Spätherbst erforderlich machen kann.


Winterharte Arten

  • Kleinkörnige & Gräser: Winterrübse, Winterfutterraps, Futterrocken oder Grünschnittrocken sowie Leguminosen wie Wicken.


  • Vorteil: Nutzen späte Niederschläge optimal aus und starten nach dem Winter sofort wieder durch.


  • Beachte: Im Frühjahr musst du diese Bestände rechtzeitig umbrechen oder abspritzen. Bedenke bei Gräsern auch die Wurzelballen im Folgejahr.


Option 4: Präzises Einschlitzen / Nachsäen

Wenn du Zugriff auf eine passende Direktsämaschine oder spezialisierte Sätechnik hast, kannst du die Saatgutkomponenten direkt in den bestehenden Bestand einschlitzen.


  • Vorteil: Besserer Bodenschluss für das Saatgut und höhere Auflaufchancen im Vergleich zum bloßen Ausstreuen.


  • Nachteil: Höhere Maschinenkosten und zeitlicher Aufwand.


  • Fazit: Der Erfolg steht und fällt auch hier mit den Niederschlägen im Herbst. Wenn kein Regen folgt, hilft auch die beste Sätechnik nichts.

Option 5: Abwarten und nichts tun

Manchmal ist Nichtstun die wirtschaftlich sinnvollste Entscheidung.


  • Wann sinnvoll? Wenn der Unkrautdruck gering ist und vereinzelt Zwischenfrüchte sowie Ausfallgetreide stehen. So sparst du Überfahrten, erhältst die verbliebene Bodenbedeckung und nutzt jeden Tropfen Regen zur Auffüllung des Bodenwasserspeichers.


  • Wann gefährlich? Wenn sich Amarant oder Melde massiv ausbreiten. Die extreme Samenvermehrung und potenzielle Resistenzen (z. B. gegen Sulfonylharnstoffe) machen dir in Folgekulturen wie Soja, Kürbis oder Zuckerrüben jahrelang Probleme. Hier musst du zwingend eingreifen!


Welcher Weg ist der richtige für deinen Betrieb?

Es gibt keine Pauschallösung für die Herausforderungen bei der Behandlung von Zwischenfrüchte Trockenheit. Wer bei hohem Unkrautdruck rechtzeitig handeln möchte, kann die Zwischenfrucht mulchen oder mähen und bei Bedarf eine Zwischenfrucht nachsäen, wobei sich je nach Zielsetzung abfrostende Zwischenfrüchte & winterharte Zwischenfrüchte eignen, um Unkraut im Zwischenfruchtbestand einzudämmen.


Wäge Kosten, Nutzen und das Unkrautrisiko für die Folgejahre gut gegeneinander ab. Erst in einigen Monaten werden wir sehen, welche Entscheidung rückblickend die beste war – aber mit diesen fünf Optionen kannst du deinen Acker jetzt gezielt steuern!






Unsere Artikel gibt es auch als Youtube Videos erklärt von Christoph Gutscher



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