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Welche Aussaat-Technik meiner Zwischenfrucht beeinflusst den Feldaufgang, die Bodenfruchtbarkeit und damit den Erfolg am Acker am meisten?

Aussaat-Technik Zwischenfrucht: Vor- & Nachteile

Die Wahl der richtigen Technik für die Zwischenfrucht-Aussaat ist unter Landwirten ein heiß debattiertes Thema. Ob Drohne, Direktsaat oder klassische Drillsaat – jedes System hat seine Berechtigung. Doch welches passt zu deinem Betrieb, welche Vor- und Nachteile gibt es und worauf kommt es wirklich an?



Auf das Timing kommt es an: Sonnenenergie ist der Motor


Der entscheidende Faktor für den Erfolg ist die Zeit. Zwischenfrüchte sind dazu da, Sonnenenergie zu nutzen, um Biomasse aufzubauen.


  • Maximale Energie: 

    Im Juli und August ist die Sonneneinstrahlung am höchsten. Jede Woche, die die Pflanze früher im Boden ist, steigert die Biomasse signifikant.


  • Frühe Aussaat: 

    Ermöglicht eine signifikant erhöhte Biomasse-Bildung und damit eine bessere Kohlenstoff-Nutzung



Aussaat-Technik in drei Bereiche:


1. Aussaat vor der Ernte (Drohne & Streuer)


Dieses System verlagert die Arbeitsspitze vor die stressige Erntezeit.

Vorteile

  • Zeitvorsprung

  • Optimale Lichtnutzung, sobald das Getreide reif und lichter wird

Herausforderungen

  • Ausreichend Niederschlag nötig

  • Trockengebiete neigen zu lückigen Bestand

  • Samenkeimung niedriger als bei Bodenkontakt

    ⇒ Anpassung der Saatstärke

Risiko-Management

  • Schnelles Schossen und Blühen

    ⇒ Aussamen verhindern (Pflanzenarten wählen)

    ⇒ Wurzelausscheidungen optimal nutzen




2. Aussaat bei der Ernte (Direktsaat & Schlitztechnik)


Hier wird versucht, den Bodenschluss unmittelbar nach dem Mähdrescher herzustellen.

Vorteile

  • bessere Ablage als beim Streuen

  • Erhalt der Bodenfeuchtigkeit durch minimale Bearbeitung

Herausforderungen

  • Strohmanagement→ Saatgut muss durch die Strohmatte

    → “Hair-Pinning” führt zu katastrophalen Ergebnissen


    ⇒ Tipp: Getreide höher abmähen, um weniger lockere Masse am Boden zu haben




3. Aussaat nach der Ernte (Klassische Bodenbearbeitung)


Der herkömmliche Weg über Grubber oder Scheibenegge mit anschließender Saat.

Vorteile

  • Bekämpfung von Ausfallgetreide und Wurzelunkräutern

  • Im Kartoffelanbau, gegen Drahtwurmdruck

Herausforderungen

  • Zeitverlust

  • Ausfallgetreide

    → Wer auf mehrere Wellen Ausfallgetreide wartet, landet oft Ende August

    → Zwischenfrucht hat kaum Zeit sich dagegen durchzusetzen


Kurze Aussaat-Technik Übersicht:

System

Bodenschluss

Lichtnutzung

Risiko

1. Drohne

Gering

Sehr hoch

Benötigt viel Niederschlag, Aussamen, Wurzelausscheidungen

2. Direktsaat

Je nach Strohmanagement

Mittel bis hoch

Strohmanagement

3. Drillsaat

Sehr gut

Niedrig

Ausfallgetreide


Fazit


Es gibt keine Pauschallösung, aber eine klare Tendenz: So früh wie möglich in den Boden! Die Nutzung der Sonnenenergie im Hochsommer ist durch nichts zu ersetzen. Das heißt nicht die richtige Aussaat-Technik für deine Zwischenfrucht entscheidet maßgeblich über einen schnellen Feldaufgang und somit über den langfristigen Aufbau deiner Bodenfruchtbarkeit, sondern der Zeitpunkt. Wer also das Strohmanagement im Griff hat und die Witterung beobachtet, findet für seinen Betrieb den idealen Weg. Doch egal für welches System du dich entscheidest, der Fokus sollte immer auf dem langfristigen Nutzen liegen. 



Die Entscheidung für eine Aussaat-Technik liegt bei dir! Wir helfen dir für dein System, die richtige Zwischenfrucht für optimalen Feldaufgang und Bodenfruchtbarkeit zu finden. 


Ab 25 Hektar entwickeln wir bei Farm2Farm individuelle Zwischenfruchtmischungen, die exakt auf deinen Betrieb und deine Aussaat-Technik abgestimmt sind.




Unsere Artikel gibt es auch als Youtube Videos erklärt von Christoph Gutscher



 
 
 

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